Geprüft und für gut befunden
2011-11-23 11:00
Geprüft und für gut befunden
Zertifikate und Gütesiegel in der deutschen Sanitärindustrie
Zertifizierungen geben Aufschluss über Standards, die für Hersteller in den Bereichen Qualität, Sicherheit sowie Umweltmanagement gelten. Die Markenhersteller der Initiative Blue Responsibility entwickeln zum einen innovative Produkte, die es dem Verbraucher erleichtern, bewusst mit der Ressource Wasser umzugehen. Zum anderen legen sie bereits bei der Herstellung Wert auf umweltschonendes Handeln, optimierte Arbeitsabläufe sowie verlässliche Tests, die garantieren, dass alle Produkte die Werke in einwandfreiem Zustand verlassen.
Qualität als Maßstab
Funktional, langlebig und qualitativ hochwertig sollen Produkte sein – um dies zu erreichen, ist ein Managementsystem erforderlich, das alle Abläufe auf ihre Effektivität überprüft. Als Maßstab hat sich die europäische Normenreihe EN ISO 9000 etabliert. So definiert z.B. die Norm DIN EN ISO 9001 Grundsätze zur Kundenorientierung, zur strategischen Unternehmensführung, Einbeziehung des beteiligten Personals sowie für einen effektiven, prozessorientierten Ansatz bei der Herstellung. Zugleich sind die Lieferantenbeziehung und das kontinuierliche Streben nach Optimierung Teil der insgesamt acht Grundsätze der Normierung.
„Wir haben bei Grünbeck ein System entwickelt, bei dem wir in enger Abstimmung mit unseren Mitarbeitern und Lieferanten modernste Qualitätsprüfungen zur Sicherung unserer hohen Standards anwenden können. So erfüllen wir nicht nur die Kriterien der DIN EN ISO 9001, sondern darüber hinaus auch die EN 46001 für Medizinprodukte“, erklärt Alexander Görbing, Leiter Werbung/Verkaufsförderung. „Ergänzend führen wir EDV-gestützte Produktkontrollen durch und haben intern eine „Null-Fehler-Strategie“ als Leitsatz, mit der sich alle Mitarbeiter identifizieren.“ Dass sich dieses Konzept auszahlt, zeigt der Bayerische Qualitätspreis, den Grünbeck für das Managementsystem erhalten hat.
Sicherheitsmanagement im Visier
Auch der Schutz der Mitarbeiter ist bei der Herstellung nachhaltiger Sanitärprodukte wesentlich: Mit Standards wie der OHSAS 18001 und OHRIS (Occupational Health- and Risk-Managementsystem) wird ein Konzept für Arbeitssicherheit sichergestellt. Von der Identifikation von Risiken, Umsetzung der Schutzmaßnahmen bis hin zur einer kontinuierlichen Verbesserung und Überprüfung legen die Zertifizierungen arbeitsschutzrechtliche Bestimmungen fest. OHSAS steht für den internationalen Standard bei internen Abläufen entsprechend der Occupational Health- and Safety Assessment Series – bundesweit und branchenübergreifend orientieren sich rund 1.000 Betriebe an diesen Kriterien. Unabhängige Prüfer wie TÜV oder DEKRA vergeben die Zertifikate. „Die Sicherheit unserer Mitarbeiter hat für uns oberste Priorität“, betont Fabian Wildfang, Geschäftsführer von Neoperl: „Der TÜV Süd führt regelmäßig Audits durch – dementsprechend arbeiten wir ständig an der Erhaltung und Optimierung unserer hohen Sicherheitsstandards. Von einem sicheren Arbeitsumfeld profitieren nicht nur unsere Angestellten, sondern auch Neoperl positioniert sich nachhaltig als attraktiver Arbeitgeber.“
Zum Vorteil für die Umwelt
Die Mitglieder von Blue Responsibility achten besonders auf Umweltfreundlichkeit. Von Planung über Ausführung und Kontrolle bis hin zu Optimierung definiert die internationale Umweltmanagementnorm ISO 14001 die Maßstäbe für ein umweltpolitisches Handeln und eine positive Ökobilanz. Die Ziele formulieren die Unternehmen selbst – die Norm hilft bei der Errichtung des Managementsystems und achtet auf die Einhaltung der vereinbarten Pflichten.
Für die Firma TA Heimeier heißt das, bereits beim Produktionsverfahren umweltschonend und energieeffizient zu handeln. „Wir wählen Materialien und Herstellungsverfahren, die die Umwelt möglichst wenig belasten. Dazu gehören beispielsweise ein möglichst geringer Rohstoffeinsatz, niedrige CO2-Emissionswerte sowie die Recyclebarkeit von Produkten“, erklärt Heinz Eckard Beele, Leiter Strategisches Marketing. Das Unternehmen aus Erwitte ist nach EN 16001 zertifiziert.
Trinkwasserhygiene – Schutz für unser wichtigstes Lebensmittel
Für Produkte der Sanitärindustrie sind die DVGW- oder DIN-DVGW-Zertifizierungen nach DVGW-Regelwerk ein verlässlicher Nachweis für die Einhaltung der anerkannten Regeln der Technik.
Die Anforderungen des DVGW-Regelwerks an Produkte des Wasserfachs sind zugeschnitten auf die nationalen Installations- und Nutzergewohnheiten. Sie enthalten eindeutige Festlegungen, bei deren Befolgung entsprechend der im Energiewirtschaftsgesetz enthaltenen Vermutungswirkung auf die Einhaltung des "Standes der Technik" geschlossen werden kann.
WELL – neue Orientierungshilfe für Verbraucher
Für den Verbraucher sind Energieeffizienz und Ressourcenschonung wichtige Qualitätsmerkmale. So hat die europäische Sanitärindustrie das Klassifizierungssystem WELL (Water Efficiency Label) geschaffen, das Auskunft über den Wasserverbrauch gibt. Daneben werden auch Temperatur, Zeit, Spülprogramm und Hygiene bewertet. „Die Initiative Blue Responsibility befürwortet WELL. Es ist in unserem Sinne, dass für Produkte aussagekräftige Orientierungshilfen etabliert werden, die helfen, bewusst mit der Ressource Wasser umzugehen“, erklärt Wolfgang Burchard, Sprecher der Initiative Blue Responsibility.
Über Blue Responsibility:
Blue Responsibility – Nachhaltige Sanitärlösungen ist eine Initiative, die 2009 durch den VDMA Fachverband Armaturen und das IndustrieForum Sanitär (IFS) ins Leben gerufen wurde. Unter ihrem Dach informieren führende Unternehmen der deutschen Sanitärindustrie über die vielfältigen technischen Lösungen, die dem Anspruch eines nachhaltigen Umgangs mit der Ressource Wasser gerecht werden.
Hinter Blue Responsibility – Nachhaltige Sanitärlösungen stehen derzeit 26 Markenhersteller: Berluto, Bette, Burgbad, Dornbracht, Düker, Duravit, Franke Aquarotter, Gampper, Geberit, Grünbeck, Heimeier, Honeywell, Ideal Standard, Kaldewei, Kemper, Keramag, Keuco, Kludi, Mepa, Neoperl, Oventrop, Sam, Sasserath, Schell, Viega und Villeroy & Boch.
Über den VDMA Fachverband Armaturen:
Der VDMA Fachverband Armaturen ist mit seinen rund 180 Mitgliedsunternehmen Teil des Verband Deutscher Maschinen- und Anlagenbau e.V. (VDMA). Mit einem Produktionsvolumen von rund 7 Mrd. Euro repräsentiert er eine der wichtigsten Produktgruppen des deutschen Maschinenbaus und bietet praxisorientierte und innovative Lösungen im Bereich der Gebäude- und Industriearmaturen.
Über das IndustrieForum Sanitär:
Das IndustrieForum Sanitär (IFS) ist ein Zusammenschluss deutscher Hersteller aus den Bereichen Armaturen, Badewannen, Keramik, Badmöbel, Accessoires, Duschabtrennungen und Installationstechnik. Zu seinen Aufgaben zählen die Weiterentwicklung der Sanitärbranche in allen Zukunftsfragen, die Formulierung gemeinsamer wirtschafts- und handelspolitischer Interessen sowie die Vertretung der Interessen gegenüber Wirtschaft, Politik und Öffentlichkeit. Zudem ist das IFS in der Marktforschung und Statistik, Messepolitik sowie Presse- und Öffentlichkeitsarbeit tätig.